Dankbarkeit

Was für eine interessante, herausfordernde, kuschelige, dunkle Jahreszeit! All´ das und noch viele Begriffe mehr drängen sich mir auf, wenn ich an diesen November denke. An einen November, der in seiner Ausprägung in jeder Form extremer ist als der vergangener Jahre. Ich habe den Eindruck, dass in diesem Monat alles, was du schon sehr, sehr lange in dir trägst, mit aller Macht ans Dämmerlicht kommen möchte, sich zeigen möchte, gesehen werden will um endlich – endlich! – umarmt und anerkannt zu werden. 

Wir Menschen sind Meister im Verdrängen. Wenn es um die Schattenanteile in uns geht und darum, sich den Ängsten, Traumata, den lange in den letzten Winkel unseres Unterbewusstseins gekehrten, verleugneten Anteilen zu stellen. 

Wenn wir ehrlich sind, wüssten wir genau, welche noch unerledigten Aufgaben es in diesem Keller zu bearbeiten gibt, welchen bösen Geistern wir endlich die Stirn bieten und sie sachte, aber endgültig ans Licht bringen dürften und welche ungeheilten Verletzungen wir nun in Liebe gehen lassen sollten. Doch leider kam bis jetzt immer etwas dazwischen. Dinge von großer Tragweite, wie Aufräumen, Putzen, Kuchen backen, Sport machen und seinen Hobbys nachgehen. 

Bis jetzt war immer etwas wichtiger, als sich mit seinen uralten Ängsten und Mustern auseinanderzusetzen, denn das ist anstrengend, voll uncool, macht wütend und traurig…und wer möchte sich schon freiwillig solchen unliebsamen Emotionen aussetzen? 

Das ist verständlich – es gibt nicht viele, die  von sich aus, ohne Notwendigkeit, mit Forschergeist und Freude in ihre Untiefen abtauchen. 

In diesem November aber, da ist es möglich, ja, da werden wir nahezu dazu gezwungen, hinzuhören auf die feinen Zwischentöne in unserem Herzen. Die Umstände lassen uns keine Wahl, denn es wird enger, die Luft zum Atmen wird gefühlt mit jedem Herzschlag weniger, die Wände rücken näher an uns heran und nehmen uns den Raum, den wir so dringend benötigen. 

Jeder will etwas von uns, jedem sollen wir gerecht werden, an hundert Stellen gleichzeitig zu hundert Prozent funktionieren. 

In diesem Monat kommen viele nun endgültig an ihre Grenzen, die durch die Kälte und Dunkelheit ohnehin schon sehr, sehr dünn sind und schon seit langer Zeit von jedem überschritten wurden. 

Du wirst dich fragen, wieso ich diesen Artikel dann trotzdem „Dankbarkeit“ nenne. Das will ich dir gerne sagen. Weil ich, trotz oder gerade wegen all dieser Herausforderungen diese Zeit annehme, ja, willkommen heiße. Als Turbo, als Initialzündung, als großartiges Geschenk für all die Seelen, die jetzt die Möglichkeit haben, sich zu entwicklen. Ent-wickeln, das heisst, sich aus den Verstrickungen der Gewohnheiten, der Muster, der Schatten heraus zu entwickeln, hinein in neue Bewusstseinsstufen, in neue Erkenntnisse, in neue Möglichkeiten. 

Neue Möglichkeiten, sich selber und seine Umgebung wahrzunehmen, neue Möglichkeiten, Altes endlich für immer abzuschließen, neue Möglichkeiten, sich wieder zu gestatten zu fühlen und zu leben – fernab von Konsum und Ablenkung.

Was für eine fantastische Zeit, um einen Ent-Wicklungssprung zu machen, wenn du es schaffst, dem November-Blues zu entkommen und einzutauchen in eine Welt, die unglaublich spannend ist: in deine Innenwelt.

Daher nehme ich diesen Monat mit ganzem Herzen an und danke ihm für seine Geschenke…denn ich bin jemand, die es immer schon geliebt hat, sich mit sich selber und ihren (Un)tiefen auseinanderzusetzen.

Ich wünsche dir ganz viel Mut und Kraft für deine persönliche Entwicklungsreise!

Deine susanne2punkt0-die Seelenbaumlerin